Jolanda Linschooten
Alles begann mit einer sechswöchigen Überschreitung der Eiskappe auf Skiern. Seitdem ist die Faszination von Jolanda Linschooten für die grönländische Wildnis ungebrochen. Seit 20 Jahren bereist die niederländische Abenteurerin „ihre” Insel, sei es mit Schlittenhunden bei minus 40 Grad im Winter oder zu Fuß und im Kajak im Sommer. In einer lauten Welt sucht sie nach Stille, wie es die Jäger der Inuit seit Jahrhunderten tun.
„Qarrtsiluni” nennen die Grönländer die Stille der Natur. Es ist diese Stille, für die Jolanda Linschooten immer wieder nach Grönland reist – und dafür sogar die dänische Sprache lernt. Auf Skiern ist sie in der dunklen Polarnacht im arktischen Nordosten unterwegs und paddelt im Sommer durch die Fjordlandschaft des Südwestens. Über Jahre hinweg lernt sie von den Inuit, mit Kajak und Schlittenhunden umzugehen. Sie übernachtet zwischen Eisbären, gerät in einen Tsunami und muss bei Machtkämpfen zwischen ihren Hunden vermitteln, von deren Wohl das Gelingen ihrer Expeditionen abhängt. Der Grat zwischen Vergnügen und Lebensgefahr ist oft schmal.
Wenn Jolanda Linschooten in Grönland ist, möchte sie wie die Inuit leben – in tiefer Verbindung zum Land und zu ihren Tieren. Sie sagt: „Die Natur ist nicht unsere Trophäe, mit der wir größer werden. Lieber will ich kleiner werden und ein Teil von ihr sein.”