Stefan Christmann
Der antarktische Kontinent speichert etwa drei Viertel des weltweiten Süßwassers als ewiges Eis. Kein Wunder also, dass das eisige Ende der Welt uns alle betrifft.
Der international ausgezeichnete Naturfotograf und Filmemacher Stefan Christmann war Mitglied des 32. und 37. Überwinterungsteams der deutschen Antarktis-Forschungsstation Neumayer III und verbrachte als einer der wenigen Menschen gleich zwei südpolare Winter in der sogenannten Atka-Bucht.
Im Gegensatz zu Touristen, die in den antarktischen Sommermonaten die Antarktische Halbinsel besuchen, verbringen Überwinterer nicht nur den antarktischen Sommer, sondern auch den erbarmungslos kalten südpolaren Winter an den entlegensten Orten des Kontinents.
Überwinterer sind die Menschen, die das ganze Jahr über in den antarktischen Forschungsstationen verbringen und den reibungslosen Betrieb der wissenschaftlichen Observatorien sicherstellen.
Dort verliebte er sich unsterblich in die benachbarte Kaiserpinguinkolonie, die mit rund 20.000 Tieren zu den größten der Welt zählt.
Während seiner Zeit auf dem Meereis erlebte Christmann die Antarktis in all ihren Facetten - die Kamera immer dabei. Von der nie untergehenden Mitternachtssonne bis zur ewigen Dunkelheit der Polarnacht, vom zerbrechlichen Ei bis zum ausgewachsenen Kaiserpinguin erzählen seine Bilder die Geschichte eines Ortes, der seine Wildnis und Unberührtheit noch nicht verloren hat und seine wahre Schönheit nur seinen ganzjährigen "Bewohnern" offenbart.
Doch neben den Herausforderungen an die fotografische Ausrüstung und den körperlichen Strapazen beim Fotografieren ist auch das Leben in einer entlegenen Forschungsstation kein Zuckerschlecken. Aus erster Hand berichtet Christmann über das Leben auf der Station, über Lockdowns und Lagerkoller und darüber, wer in einer abgelegenen Stationsmannschaft am Ende des Tages wirklich die wichtigste Person ist.
Selbst bei -40°C Lufttemperatur wird sie dieser Vortrag garantiert nicht kalt lassen!